Idee > E-Business-Ertragsmodelle

In der uneinheitlichen Praxis werden im Wesentlichen die folgenden Aspekte für E-Business-getriebene Geschäftsmodelle erwähnt:

4 Web-Geschäftsmodelle

In Lehre und Praxis wird unterschieden in vier Geschäftsmodellen:

  • Onlineshops
    • Gegenstand
      • E-Commerce / Bestellportale
    • Kriterien
      • Bestellwert / Abbruchrate im Bestellprozess
  • Content-Websites als Werbeträger
    • Gegenstand
      • Redaktionelle Inhalte
      • Finanzierung über Werbung
    • Kriterien
      • Anzahl Kontakte (Seitenanrufe)
      • Anteil der wiederkehrenden Besucher
  • B2B-Websites
    • Gegenstand
      • Website für Geschäftsbeziehungen zwischen Unternehmen (Business-to-Business)
    • Kriterien
      • Anzahl an ausgefüllte Kontaktformulare
  • Support-Websites
    • Gegenstand
      • Website mit der Aufgabe, Callcenter zu entlasten
    • Kriterien
      • Anzahl der PDF-Downloads, die dem Besucher helfen sollen

5 wichtige Start up-Erfolgsfaktoren

  • IDEE (INNOVATIVE GESCHÄFTSIDEE)
  • TEAM
  • BUSINESS MODEL (GESCHÄFTSMODELL)
  • FINANZIERUNG
  • TIMING

Literatur

  • PETERSON ERIC T., Web Site Measurement Hacks: Tips & Tools to Help Optimize Your Online Business, O’Reilly Media, 2005, S. 360 – 386
  • REESE FRANK, Web Analytics: Damit aus Traffic Umsatz wird, Business Village Verlag, 2008, Kennzahlen – Gemacht, um zu handeln, S. 37–102
  • AMTHOR AXEL / BROMMUND THOMAS, Mehr Erfolg durch Web Analytics, Hanser-Verlag, 2010, Erfolgsfaktoren für Websites, S. 95–128

E-Business-Ertragsmodell

Das E-Business-Ertragsmodell enthält folgende Elemente:

  • Art der verkauften Produkte und Dienstleistungen
  • Käuferrolle
  • Ermittlungsart der Erlöswerte

E-Business-Ertragsmodell-Elemente

Die E-Business-Ertragsmodell-Elemente lassen sich wie folgt differenzieren:

Transaktionsabhängige direkte Erlösgenerierung

Quelle: Wikipedia

  • Erlöserzielung über Verbindungs- und Nutzungsgebühren
  • Leistung des Anbieters fließt direkt zum Kunden
  • Geldfluss direkt vom Kunden zum Anbieter
  • Keine Drittpartei-Involvierung
  • Erlösgenerierungsarten
    • über Einzeltransaktionen (Verbindungsgebühr)
    • über Transaktionsgebühren (Nutzungsgebühr)
  • Höhe der Transaktionskosten
    • Festsetzung fix
    • prozentuale Berechnung
  • Zahlungsansatz
    • Bei dem Erlösmodell durch Einzeltransaktionen zahlt der Kunde bei jeder einzelnen Transaktion direkt für das bestellte Produkt oder die erhaltene Dienstleistung
  • Anwendungsbeispiele
    • E-Shops (zB Amazon)
      • Kunde ist Warenkäufer
      • Unternehmenssicht: Selbstbestimmtes Angebot und kontrollierte Darstellung
      • Erlösgenerierung über Transaktionsgebühren (Kunde zahlt nicht direkt Produkt oder Dienstleistung, sondern Nutzung der Plattform)
    • eBay
      • Kunde tritt als Käufer oder Verkäufer auf
      • Unternehmenssicht: fremdbestimmtes Angebot, da seine Darstellung durch den Kunden (Warenverkäufer) kontrolliert wird

Transaktionsabhängige indirekte Erlösgenerierung

Quelle: Wikipedia

  • Kernleistung fliesst vom Verkäufer zum Käufer
  • Durch Transaktion wird Nebenleistung für Dritten geschaffen
  • Umsatz wird dadurch generiert, dass Dritter Nebenleistung an den Verkäufer vergütet
  • Erlösgenerierungsart
    • Provision für die Vermittlung einer Leistung (geläufigste Modellausprägung)
      • Indirekte Erlöse, wenn werbende Partei separate Kernleistung und Werbeplattform zur Generierung der Provisionserlöse eine Nebenleistung anbietet
    • Erlöshöhe
      • Die Erlöshöhe kann fix festgesetzt oder über den Verkaufwert bzw. andere transaktionsspezifische Faktoren definiert werden. Eine weitere Möglichkeit ist das Gain Sharing, bei dem der Vermittler einer Leistung einen Anteil der Einsparung an den Verkäufer weitergibt
  • Anwendungsbeispiele
    • e-Shops, die in ihr Angebot Partnerprodukte aufnehmen.
    • Nachrichtenmagazine, die in ihren redaktionellen Inhalt auf werbende Unternehmen hinweisen
    • Affiliate-Programme hinweisen und bei vermitteltem Verkauf eines Produkts eine Provision erhalten (zB 3,5 % des Verkaufspreises)

Transaktionsabhängige direkte Erlösgenerierung

Quelle: Wikipedia

    • Kernleistung fließt vom Verkäufer zum Kunden
    • Kunde zahlt Gebühr, welche nicht für jede einzelne Transaktion anfällt
    • Erlösgenerierung über Mitgliedsbeiträge, Nutzungs- oder Einrichtungsgebühren
    • Erlösgenerierungsarten
      • Einmalige Nutzungs- und Einrichtungsgebühren-Entrichtung
      • Wiederkehrende Mitgliedsbeitrags-Zahlungen
        • Häufiges Splitting durch Premium-Prinzip (einerseits kostenlose Leistung („free“) und andererseits Premiumbereich)
          • Basisleistung kostenfrei
          • Zusatzleistungen (Premiumpaket) für Nutzer kostenpflichtig (regelmäßige Beträge)
    • Anwendungsbeispiele
      • Collaboration Platforms und Premium-Mitgliedschaften
        • zB Xing
        • zB Moneyhouse

Transaktionsabhängige indirekte Erlösgenerierung

Quelle: Wikipedia

  • Website-Betreiber erbringt neben einer Kernleistung gleichzeitig eine Nebenleistung, für die er von Drittem bezahlt wird
  • Bezahlung unabhängig von einzelnen Transaktionen bezügl. Kunden der Kernleistung
  • Angebotsvarianten
    • Bannerwerbung (Werbebereich für Kundenaufschaltung)
    • Sponsoring (Gesponserter erbringt für Aufschaltung eine Gegenleistung)
    • Spenden (Aufschaltung ohne Gegenleistung)
    • Data-Mining (Datenverkauf gegen Bezahlung)
    • Content-Syndication (Weitergabe von Webinhalten zum Einbinden in andere Websites oder sonstigen Weiterverwertung, gegen Bezahlung des Drittverwenders)

Zuordnung der einzelnen Teile der Geschäftsmodellinnovation

  • Während durch die Value Proposition (siehe oben) und die gewählte Wertschöpfungsarchitektur (ebenfalls siehe oben) die Kostenseite des innovativen Geschäftsmodells definiert wird, hat das Geschäftsmodell auch eine Beschreibung zu enthalten, aus welchen Quellen und auf welche Art und Weise das Unternehmen sein Einkommen generiert
    • Aus dem Ertragsmodell und den Kosten resultiert die Margenstruktur des Geschäftsmodells und damit der Wert, den das Unternehmen für seinen Inhaber generiert

E-Business-Model-Verständnis

  • In der Regel ist mit Innovation heute in diesem Bereich nur eine neue Art des Geldverdienens gemeint:

5 wichtige Start up-Erfolgsfaktoren

  • IDEE (INNOVATIVE GESCHÄFTSIDEE)
  • TEAM
  • BUSINESS MODEL (GESCHÄFTSMODELL)
  • FINANZIERUNG
  • TIMING

Literatur

  • BIEGER THOMAS / ZU KNYPHAUSEN-AUFSESS DODO / KRYS CHRISTIAN, Innovative Geschäftsmodelle, 2011, 392 S.
  • KERSCHBAUM BERNHARD, Geschäftsmodelle für das E-Business, 2002
  • SCHALLMO DANIEL, Geschäftsmodell-Innovation: Grundlagen, bestehende Ansätze, methodisches Vorgehen und B2B-Geschäftsmodelle, 2012, 335 S.
  • SCHALLMO DANIEL R.A., Kompendium Geschäftsmodell-Innovation: Grundlagen, aktuelle Ansätze und Fallbeispiele zur erfolgreichen Geschäftsmodell-Innovation, 2014, 475 S.
  • SCHALLMO DANIEL R.A., Geschäftsmodelle erfolgreich entwickeln und implementieren: Mit Aufgaben und Kontrollfragen, 2013, 270 S.
  • SCHALLMO DANIEL / RUSNIAK ANDREAS / ANZENGRUBER JOHANNA / WERANI THOMAS / JÜNGER MICHAEL, Digitale Transformation von Geschäftsmodellen: Grundlagen, Instrumente und Best Practices, 2016, 700 S.
  • SCHALLMO DANIEL, Bestehende Ansätze zu Business Model Innovationen: Analyse und Vergleich der Geschäftsmodelle, 2015, 54 S.
  • SCHALLMO DANIEL R.A., Design Thinking erfolgreich anwenden: So entwickeln Sie in 7 Phasen kundenorientierte Produkte und Dienstleistungen, 2017, 160 S.
  • SCHALLMO DANIEL R.A. / BRECHT LEO, Prozessinnovation erfolgreich anwenden: Grundlagen und methodisches Vorgehen: Ein Management- und Lehrbuch mit Aufgaben und Fragen, 2014, 88 S.
  • SCHALLMO DANIEL R.A., Jetzt digital transformieren: So gelingt die erfolgreiche Digitale Transformation Ihres Geschäftsmodells, 2016, 53 S.
  • SCHALLMO DANIEL R.A. / BRECHT LEO, Mind the Trap – 11 typische Unternehmensfallen: Frühzeitig erkennen, bewerten und erfolgreich vermeiden, 2015, 125 S.
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