Bundes-Förderangebote

Nebst der kantonalen Programme existieren verschiedene Unterstützungsangebote des Bundes:

Start-up-Unterstützung

Die Kommission für Technologie und Innovation (Innosuisse; bisher KTI / CTI) ist das Förderorgan des Bundes für die wissenschaftsbasierte Innovation:

  • Unterstützung von Innovationsprozessen
  • Beschleunigung von Innovationsprozessen
  • Katalysatorwirkung durch das Zusammenbringen von Innovationsprojekten der Praxis mit Forschungsinstitutionen
  • Unterstützung des wissenschaftsbasierten Unternehmertums
  • Unterstützung der Gründung und des Aufbaus wissenschaftsbasierter Unternehmen
  • Unterstützung der Verwertung des Wissens und den Wissens- und Technologietransfer zwischen Forschung, Wirtschaft und Gesellschaft

Die Innovationsförderung des Bundes wird seit anfangs 2018 durch die «Schweizerische Agentur für Innovationsförderung (Innosuisse)», eine öffentlich-rechtliche Anstalt des Bundes mit eigener Rechtspersönlichkeit, wahrgenommen. Durch die neue Rechtsform soll die Agentur des Bundes im Interesse der Schweizer Volkswirtschaft besser für die zukünftigen Herausforderungen in der Innovationsförderung gewappnet sein.

Die weiteren Aufgaben von „innosuisse“ sind:

  • professionelle Coachings für Jungunternehmer
    • Vermittlung von Praxiswissen, Methodik und Finanzierungspartnern
    • Begleitmassnahmenangebote
      • Unternehmensfinanzierung
      • Suche nach nationalen und internationalen Risikokapitalgebern und weiteren Netzwerken
  • Zusammenarbeit mit dem BFI-Aussennetz
    • „CTI Market Entry Camps“
  • Zusammenarbeit mit Swiss Global Enterprise
    • im Rahmen von „Swiss Pavilions“ an ausgewählten Messen
  • Nutzung der BFI- und SGE-Plattformen
    • Präsentation von Geschäftsideen einem breiten Publikum von Business Angels
    • Vorstellung von Geschäftsideen einem nationalen und internationalen Venture Capital-Publikum

Wissens- + Technologie-Transfer (WTT)

„Innosuisse“ hat das Ziel, Unternehmen – insbesondere KMU – und öffentliche Forschungsinstitutionen effizient zu vernetzen und auf diese Weise neue Innovationskooperationen zu schaffen:

  • WTT-Support
    • Innovationsförderinstrument, welches über die blosse Förderung und Generierung von Innovationsprojekten hinaus die Wirtschaft und die Forschung zum kontinuierlichen Dialog, Wissens- und Technologieaustausch zusammenbringt
  • Strategie des WTT-Supports
    • Die Strategie umfasst drei Förderpfeiler:
      • Nationale thematische Netzwerke (NTN)
      • Innovationsmentoren
      • Plattformen in Form thematischer Fachveranstaltungen und einer webbasierten Innovationslandkarte
  • Komplementäre Nationale Regionalpolitik des Bundes (NRP)
    • Die NRP unterstützt komplementär dazu in Zusammenarbeit mit den Kantonen eine breite Zielgruppe von KMU in den Regionen bei der Realisierung ihrer Geschäftsinnovationen
  • WTT als ein Ansatz von mehreren
    • Die Förderung von regionalen WTT stellt nur ein möglicher Ansatz dar neben
      • Clusteraktivitäten
      • Coaching
      • Technologieparks
      • Gründerzentren
  • Unterstützung von Massnahmen zur Förderung von Unternehmertum und Innovation im Bildungsbereich
    • Nutzung in erster Linie Synergien mit bewährten Programmen
      • Company-Programm von Young Enterprise Switzerland YES (Geltung national und international als good practice).

Take-off Programm

Das Take-off Programm richtet sich primär an wissenschaftsbasierte Start-ups, welche ein hohes Wachstumspotenzial aufweisen und dieses Wachstum aktiv anstreben. Die Unterstützung zielt auf eine Ausschöpfung des Wachstumspotenzials dieser Start-ups:

  • Programmpunkte
    • Take off-Programm enthält spezifische Module zu einschlägigen Themen wie
      • Skalierung
      • Markterschliessung
      • Team- und Organisationsentwicklung
      • Wachstumsfinanzierung
  • Weitere Unterstützungsmassnahmen
    • Weitere zentrale Elemente sind:
      • Netzwerkbildung
      • Zugang zu Mentoren und Coaches
      • gegenseitiges Peer-Learning
      • Fallstudien
      • Interaktion mit der Industrie sowie der internationale Outreach durch die etablierten CTI Market Camps

Innovationspark

Mit Unterstützung des Bundes haben private Kreise gemeinsam mit den beteiligten Kantonen und den Hochschulen die Stiftung „Switzerland Innovation“ als nationale Trägerschaft des Schweizerischen Innovationsparks gegründet.

2015 beschlossen die eidgenössischen Räte einen Rahmenkredit zur Verbürgung zweckgebundener Darlehen und die Abgabe von Grundstücken des Bundes im Baurecht für die Errichtung von Innovationsparks.

Der Schweizerische Innovationspark wird durch die Standortkantone, die Privatwirtschaft und die beteiligten Hochschulen realisiert. Der Bund übernimmt keine Trägerverantwortung.

Zielgruppen des Schweizerischen Innovationsparks sind:

  • etablierte Forschungs- und Entwicklungseinheiten grösserer transnationaler Konzerne
  • erfolgreich angesiedelte Firmen und deren Zulieferbetriebe bzw. KMU
  • spezifische Angebote im Bereich Start-up und Spin-off an ausgewählten Standorten.

Nationale Regionalpolitik (NRP)

Die Nationale Regionalpolitik  (NRP) des Bundes unterstützt komplementär zu den vorstehenden Start up-Forderungen, in Zusammenarbeit mit den Kantonen, eine breite Zielgruppe von KMU in den Regionen bei der Realisierung ihrer Geschäftsinnovationen.

Die „NRP-Förderung“ zielt auf folgendes ab:

  • Allgemein
    • Fokus
      • Der Bund will die Förderregionen in ihrer Innovationsfähigkeit stärken und über eine höhere Wertschöpfung für den nationalen und internationalen Wettbewerb qualifizieren
  • Programm der Geltungsdauer 2008 bis 2015
    • Zwei thematische Schwerpunkte bei den Kantonen im Vordergrund:
      • die Förderung von Unternehmertum
      • Innovation in Industrie und Gewerbe
        • traditionell zentrale Wirtschaftszweige und Entwicklungsmotoren im Fördergebiet der NRP
      • Unterstützung des Strukturwandels im Tourismus
        • traditionell zentrale Wirtschaftszweige und Entwicklungsmotoren im Fördergebiet der NRP
  • Programm Geltungsdauer 2016 bis 2023
    • Fokussierung noch stärker auf:
      • Industrie
        • Anpassungsdruck infolge Frankenstärke und anhaltender Krise in wichtigen europäischen Exportmärkten
      • Tourismus
        • Anpassungsdruck infolge Frankenstärke
    • Fordernde kantonale Umsetzungsprogramme für 2016 bis 2019
      • Höhere finanzielle Anträge der Kantone an den Bund überschreiten dessen Möglichkeiten deutlich

Die neuerliche Entwicklung scheint ein Beweis dafür zu sein, dass die NRP-Förderung einem grossen Bedürfnis entspricht.

Unterstützung Hochschul-Spin-offs

Die Hochschulen unterstützen die Gründung von Unternehmen auf Basis von Forschungsergebnissen, um die Umsetzung solcher Ergebnisse in marktreife Produkte und Schaffung neuer Arbeitsplätze voran zu treiben.

Die ETH Zürich hat ins Leben gerufen:

  • die Pioneer Fellowships (2010)
  • die Innovation and Entrepreneurship Labs (ieLabs) (2012)
    • Initiative für die verstärkte Förderung von Jungunternehmern an der ETH Zürich
    • Die ETH Zürich ist stark engagiert in der Spin-off-Gründung und Schaffung von Arbeitsplätzen

Der EPFL in Lausanne ist ebenso aktiv bei der Ausgründung von Spin-offs und dergleichen mehr.

Exportförderung

Der Aufwand für Internationalisierung, für Markterschliessung, für Marktbearbeitung und für Produktbewerbung übersteigt meistens die Möglichkeiten von exportierenden Jungunternehmen. Für eine rasche Internationalisierung wird die Kenntnis der jeweiligen Exportmärkte  und ihre Chancen bzw. Risiken vorausgesetzt.

Zur Unterstützung von exportierenden Schweizer KMU einschliesslich Start-ups hat der Bund den privaten Verein Switzerland Global Enterprise (S-GE) beauftragt. Der jeweils für vier Jahre festgelegte Leistungsauftrag des SECO bietet Unternehmen Unterstützung an bei:

  • Identifikation und Wahrnehmung von Absatzmöglichkeiten im Ausland
  • ihrer internationalen Positionierung als wettbewerbsfähige (Nischen-)Anbieter

Zum Aufgabenportfolio von S-GE zählen:

  • Informations- und Kontaktvermittlung
  • Marktberatung
  • Durchführung von Schweizer Gemeinschaftsauftritten an ausländischen Fachmessen (sog. „Swiss Pavilions“)
  • Koordination mit Dritten
  • Vermittlung kommerzieller Dienstleistungen von S-GE in enger Zusammenarbeit mit privaten Fachleuten und Partnern.

Swissnex-Unterstützung

Die „swissnex“ sind ein wichtiges Instrument zur Umsetzung der Bundespolitik der bilateralen Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation zwischen der Schweiz und ausgewählten Partnerstaaten.

Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI im Eidgenössischen Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung WBF führt mit der Unterstützung des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten EDA, führt diese Operation.

„swissnex“ agiert in partnerschaftlicher Kooperation mit privaten und öffentlichen Organisationen wie

  • Hochschulen
  • Forschungs- und Innovationsförderagenturen
  • F&E intensive Unternehmen und Stiftungen.

Hauptziele von „swissnex“ ist die Unterstützung der Institutionen des Schweizer Hochschul-, Forschungs- und Innovationsbereichs bei ihren Internationalisierungsbestrebungen:

  • Herstellung eines Beziehungsnetzes zu Universitäten, Forschungsinstituten und Unternehmen in der Gastregion
  • Nutzbarmachung des Beziehungsnetzes für interessierte Schweizer Institutionen und Einzelpersonen
  • Durchführung der auf ein spezifisches Zielpublikum ausgerichteter wissenschaftlicher und kultureller Anlässe, um den Bekanntheitsgrad des Standortes „Schweiz“ zu steigern
  • Leistung eines Beitrags zur Entwicklung neuer bilateraler Kooperationsmöglichkeiten
  • „swissnex“-Häuser als Ansprechpartner für Jungfirmen und für die Zurverfügungstellung temporäre Büroplätze.

Aktuell ist „swissnex“ an fünf Standorten präsent:

  • Boston
  • San Francisco
  • Shanghai
  • Bangalore
  • Rio de Janeiro.
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